Als eine der Sowjetrepubliken, die in den 1920er Jahren durch Stalin künstlich geschaffen wurden, war das Land vollkommen unvorbereitet für die Unabhängigkeit, politisch, sozial und ökonomisch. Die Kommunistische Partei änderte ihren Namen in Demokratische Partei und blieb an der Macht. Heutzutage wird das Land nicht nur von Turkmenen bewohnt, sondern auch von Russen, Usbeken, Tartaren und Armeniern. Viele der Russen verlassen das Land oder haben es bereits verlassen, um in Russland ein ihrer Meinung nach besseres Leben zu führen. Turkmenistan hat von der Sowjetunion Jahrzehnte der Vernachlässigung und Verfall der Infrastruktur geerbt, und hat sich bemüht, mit dieser Situation fertigzuwerden. Obwohl es von der Gewalt und den Kriegen verschont blieb, die in vielen anderen Sowjetrepubliken ausbrachen, hat die Regierung Mühe, den schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand der schnell wachsenden Bevölkerung zu verbessern. Die Entwicklung des Landes wurde hauptsächlich durch den Personenkult des Präsidenten diktiert, der im Januar 2000 zum Präsidenten auf Lebenszeit ernannt wurde. So wurde die Hauptstadt Ashgabat in eine Ausstellungsfläche für Denkmäler, Parks und marmorverzierte Regierungsgebäude umgewandelt. In ihrem Zentrum steht ein Turm mit einer mehr als sechs Meter hohen Statue des Präsidenten, die sich innerhalb von 24 Stunden jeweils einmal um 360° dreht, so dass die Sonne immer auf sein Gesicht scheint, wenn er seine Arme zum Segen über sein Volk erhebt.
Muslimische VolksgruppenDas Mehrheitsvolk der Turkmenen ist nominell muslimisch. Traditionell extrem unabhängig, integrierten sie ihre Bräuche und ihren Schamanenglauben in ihre Religion. Einer der verbreitetsten Glaubenssätze ist beispielsweise der vom "Bösen Blick" - eine Art, verflucht zu werden. Amulette und Sprüche werden gebraucht, um sich gegen den Einfluss des Bösen Blickes zu schützen. Ein anderer Volksglaube handelt von der schützenden Wirkung von Kamelhaar, daher hängt es oft von Lenksäulen oder Spiegeln der Autos. Seit dem Zerfall der Sowjetunion gibt es eine islamische Universität in Ashgabat, und einige wenige Turkmenen wurden zu strenggläubigen Muslimen.

Christentum
Wie auch bei den anderen Volksgruppen in Zentralasien ist die nationale Identität untrennbar mit der islamischen Religion verbunden. Daher sind die Familien sehr dagegen, wenn ihre Mitglieder zum Christentum konvertieren. Auf der anderen Seite ist Gott in viele Herzen eingezogen, und manchmal folgen ganze Familien Jesus Christus. Es gibt inzwischen viele turkmenische Hausgemeinden im Land. Aufgrund des Personenkultes um den Präsidenten von Turkmenistan ist zu der politischen auch die religiöse Verfolgung gekommen. Die Gläubigen in Turkmenistan leben sicherlich unter dem restriktivsten Regime in den früheren Sowjetrepubliken. Die Polizei geht aktiv gegen Gläubige vor.
KurzinfosLändername: Turkmenistan
Hauptstadt: Ashgabat
Bevölkerung: 6,3 Millionen (Januar 2004)
Regierungsform: Präsidialrepublik
Parlament: Ein-Kammer-Parlament (beschränkte Befugnisse)
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Saparmurat Atajewitsch Nijasow
